Die Schatten von Keranak

Kapitel 10: Im Hort des Wissens

Achtzehnter Tag im Monat Nebeling des silbernen Jahres 1214 nach dem Götterfall

Im Bereich vor der Doppeltür befanden sich einige angenagte menschliche Knochen. Über der Tür war ein Schild aufgehängt mit der Aufschrift „Hort des Wissens und der Forschung“. Im Eingangsflur der Wohnhöhle wurden die Gefährten von Speeren, die durch Schießscharten gesteckt waren, angegriffen. Sie konnten jedoch nicht herausfinden, wer ihnen einen derart herzlichen Empfang bereitete, da sie keine Möglichkeit fanden in die Räume hinter den Schießscharten zu gelangen.

Drinnen fanden die Gefährten eine vollständig ausgebaute Wohnhöhle mit Küche, Speisezimmer, Vorratskammern, einer Bibliothek und Arbeits- und Schlafräumen, die jedoch von den Bewohnern vor nicht all zu langer Zeit verlassen worden war. In fast allen Räumen zeigten sich Spuren der Verwüstung.

In einem Arbeitszimmer wurden sie von einer Riesenameise angegriffen, die gerade dabei war, einen Schreibtisch zu zerlegen. Während des Kampfes mit dem hungrigen Insekt fand Haldir in einem anderen Arbeitszimmer ein Tagebuch, in dem zwei Seiten gefüllt waren. Auf diesen zwei Seiten hatte Elias, der letzte lebende der drei Magierbrüder, die den Hort des Wissens bewohnt hatten, die Ursache des Wahnsinns und die Ergebnisse seiner Forschungen zu geeigneten Gegenmaßnahmen beschrieben.

Laut Elias‘ Aufzeichnungen hatte ein krankes Luft-Elementarwesen Besitz von seinen Brüdern ergriffen, die dadurch schleichend selbst dem Wahnsinn verfallen waren. Während der älteste Bruder sich darauf hin selbst tötete, konnte er seinen anderen Bruder gerade noch daran hindern, einen von ihm beschworenen Dämonenfürsten frei zu lassen. Allerdings hatte dieser auch ein bösartiges Feuerelementarwesen beschworen, da ihn mit seiner elementaren Flamme verbrannte.

Elias stellte daraufhin fest, dass der Wahnsinn des kranken Elementarwesens offensichtlich auch von Mensch zu Mensch übertragen wurde. In seinem Labor entwickelte er eine Heilung, fiel aber anscheinend selbst dem Wahnsinn anheim bevor der die Heilung einsetzen konnte.

In weiteren Räumen der Wohnhöhle fanden die Helden den in den Aufzeichnungen erwähnten Beschwörungskreis, in dem der Dämonenfürst gefangen war, der sie aber mit Versprechungen dazu bewegen wollte, ihn freizulassen. Die Elfin Finn Raziel, deren Kopfschmerzen immer häufiger von merkwürdigen Verhaltensweisen abgelöst wurden, fand schließlich, dass es doch eine gute Idee wäre, den Dämonen frei zu lassen. Als sie sich nicht davon abhalten ließ, überwältigten und fesselten ihre Begleiter sie, was sie rasend machte.

In einer Kammer, in der auf einem kleinen Altar eine Urne stand, trafen die Abenteurer auf den Vater der drei verstorbenen Magier. Er war auch verstorben, suchte jedoch in geisterhafter Erscheinung die Höhle heim. Während eines kurzen Kampfes mit dem Geist gelang es Agonifex Maximus und Lord Lannatar die Urne zu zerstören, was zur Auflösung des Geistes führte.

Um Finn Raziel von ihrem elementaren Wahnsinn zu heilen, entschlossen sich die Gefährten die Heilmethode aus Elias‘ Aufzeichnungen zu verwenden. Dazu mussten Sie zur Austreibung des kranken Luftelementars Finn Raziel Erd-Materie verabreichen. Sie machten sich auf die Jagd nach einem Erdelementarwesen in der Umgebung der Höhle und konnten schließlich eines finden und überwältigen.

Unter dem Einsatz leichter Gewalt wurde Finn Raziel mit einer Handvoll Steinchen aus dem Körper des Erdelementars gefüttert. Unmittelbar darauf blähte sich ihr Bauch auf und ein starker Windstoß entwich ihrem zu einem stummen Schrei aufgerissenen Mund. Der Windstoß verwandelte sich in einem mächtigen Windstrudel, der die umstehenden Gefährten durch die Luft schleuderte und angriff. Mit gezielten Treffern konnte diese das Elementarwesen zerschlagen.

Als Finn Raziel die Nachwirkungen ihres Wahnsinns abgeschüttelt hatte, traten die Helden in der Wohnhöhle in eine Kammer, die sie zuvor bei ihrer Erkundung entdeckt hatten. An der Wand dieser Kammer hing ein riesiger Spiegel, dessen Oberfläche aus flüssigem Silber zu bestehen schien: das Portal der Welten, von dem die Hexe Aeshma gesprochen hatte.

Lord Lannatar nahm die Tafel von Dapi, fügte seinem Arm einen tiefen Schnitt mit seinem Dolch zu und lies seinen Lebenssaft auf die schwarze Oberfläche der Tafel tropfen. Schon bald nahm die Oberfläche der Tafel das silbrige Aussehen des Portals an der Wand an. In der silbernen Fläche des Portals begannen sich schattenhafte Gestalten abzuzeichnen.

Mit einem entschlossenen Schritt trat Lord Jamir Lanntar von Starkfels auf das Portal zu und tauchte in die flüssige Oberfläche ein…

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Knochenmann

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